Etwa 30 Mio. Kilogramm Pestizide, sogenannte Pflanzenschutzmit­tel, werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Über Rückstände in Lebensmitteln oder Gewässern landen diese Gifte letztlich auch auf unseren Tellern. Sie treffen nicht nur Unkraut und Schädlinge, sondern gefährden die gesamte Umwelt. Da die offiziellen Studien zur Risikobe­wertung v. a. von den Pestizidherstellern durchgeführt werden, sind die tatsächlichen Gefahren für Mensch und Umwelt kaum absehbar.

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22.06.2016

Bundesregierung macht in Brüssel heimlich Druck für Glyphosat

Die Bundesregierung – oder Teile davon, was fast noch schlimmer wäre – treibt in Sachen Glyphosat offenbar ein doppeltes Spiel und hat hinter den Kulissen die EU-Kommission dazu gedrängt, den Stoff auch ohne deutsche Unterstützung und ohne qualifizierte Mehrheit der Mitgliedsstaaten weiter zulassen. Umweltministerin Barbara Hendricks und Landwirtschafts-Staatssekretär Peter Bleser haben mir gesagt, dass sie davon nichts wüssten. Entweder haben sie nicht die Wahrheit gesagt – oder sie wissen wirklich nicht, was ihre Vertreter in Brüssel treiben. Beides wäre skandalös. Oder spielt hier sogar das eine Ministerium das andere aus und Frau Hendricks wusste wirklich nichts von diesem Vorstoß? Das wäre ein miserables Zeichen für den Zustand der Koalition.

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Kategorien:Glyphosat Parlamentarische Anfragen Pestizide
06.06.2016

Keine Glyphosat-Zulassung: Ohrfeige für Schmidt

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Glyphosat-Laufzeitverlängerung hat nicht die erforderliche qualifizierte Mehrheit der EU-Staaten erreicht. Es ist gut, dass so viele EU-Staaten Glyphosat und seine angebliche Unbedenklichkeit kritisch hinterfragen. Die Kritik an Risikobewertung und Zulassungsverfahren hat Wirkung gezeigt. Das zeigt sich auch daran, dass die EU-Kommission heute nur noch eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um maximal 18 Monate erreichen wollte – statt eine Neuzulassung für 15 Jahre, wie sie noch im März geplant war. Die Kommission hat erkannt, dass es für eine langfristige Entscheidung derzeit keine Basis gibt. Das Abwarten der ECHA-Einstufung ist grundsätzlich richtig. Eine reine Laufzeitverlängerung bis dahin würde allerdings vorerst nichts anderes als ein Weiter-so bedeuten, es würde kein Liter Glyphosat weniger gespritzt.

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01.06.2016

Glyphosat: Laufzeitverlängerung ist kein Ausstieg

15 Jahre, 9 Jahre, 7 Jahre, jetzt eineinhalb Jahre: Die EU-Kommission steckt in der Klemme und will sich in die nächste Runde retten mit einer Laufzeitverlängerung für Glyphosat statt einer Neuzulassung. Das bedeutet zunächst ein Weiter-So, ohne jede Einschränkung. Es würde kein Liter Glyphosat weniger verspritzt werden als bisher. Die SPD darf nicht auf dieses vergiftete Angebot hereinfallen. Die Bundesregierung darf am kommenden Montag dem neuen Vorschlag nicht zustimmen!

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26.05.2016

BaySanto? Nein Danke! Gegen Megafusion in der Agroindustrie

Die Megafusion der Mega-Agroindustriekonzerne Bayer und Monsanto würde den Saatgutmarkt auf eine bisher nicht gekannte Weise monopolisieren und Saatgut, Gentechnik und Pestizideinsatz mehr denn je zu einem letztlich untrennbaren Paket verknüpfen. Am Ende zahlen alle drauf: Bäuerinnen und Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher. Bundesregierung und EU müssen diese Elefantenhochzeit wettbewerbsrechtlich gründlich prüfen und wenn irgend möglich verhindern. Denn Gentechnik und Pestizide sind keine Zukunfts- sondern Risikotechnologien.

RP: Bayer lässt höheres Angebot für Monsanto offen
Reuters: Grüne verlangen Auskunft zu Bayer-Monsanto-Fusion

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Kategorien:Agrogentechnik Glyphosat Pestizide TTIP & Freihandel Parlamentarische Anfragen
25.05.2016

TTIP: Bauernminister Hauk positioniert sich gegen Bauern

Es ist schon befremdlich, dass sich ausgerechnet der neue Bauernminister von Grün-Schwarz in Baden-Württemberg als allerletzter TTIP-Verfechter in die ohnehin aussichtslose Schlacht für das Abkommen stürzt. Gerade erst hat die Bundesregierung in ihrer Antwort auf meine Kleine Anfrage eingeräumt, dass deutsche Bauern mehrheitlich zu den TTIP-Verlierern zählen würden. Das gilt vor allem für die kleinräumige Agrarstruktur in Baden-Württemberg. Und die jüngsten TTIP-Leaks haben klar gezeigt, dass es ohne Zugeständnisse bei den Verbraucherstandards – die ja aber angeblich keiner machen will und wird – eben auch kein Abkommen geben wird. Ich frage mich wirklich, warum sich Peter Hauk derart gegen die Interessen seiner eigenen Klientel stellt. 

SWR: Chlorhühnchen reizt Koalitionspartner

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Kategorien:TTIP & Freihandel Wahlkreis Pestizide
04.05.2016

TTIP-Leaks: Tausche riskante Lebensmittel gegen Einheits-Autoblinker? Nein Danke!

Greenpeace hat geheime Dokumente aus den TTIP-Verhandlungen veröffentlicht, in denen die Positionen der Verhandlungspartner deutlich werden. Damit ist endlich unzweifelhaft klar, was die TTIP-Verhandler selbst niedergeschrieben haben und auch Sigmar Gabriel und Christian Schmidt sehr wohl wissen: dass die erhofften Marktzugänge und Erleichterungen für die europäische Automobilindustrie definitiv und erklärtermaßen nur im Tausch gegen weitgehende Zugeständnisse bei Gentechnik und Co. zu haben sind. Ohne kompletten Neustart der Verhandlungen kommt das Gemeinwohl bei TTIP unter die Räder. Höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen.

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03.02.2016

Glyphosat: Raus aus der Giftspirale

Die Zahlen einer neuen US-Studie sind erschreckend: Die globale Glyphosat-Anwendungsmenge ist in den letzten 20 Jahren um das 15-fache gestiegen. Laut einer Langzeit-Testreihe des Umweltbundesamtes (UBA) ist das Gift inzwischen bei 40 bis 60 Prozent der Probanden im Körper nachweisbar. Glyphosat hat es schon jetzt zum "meistverwendeten Unkrautkiller der Geschichte" gebracht. Dabei ist das Allround-Pflanzengift umstritten wie nie zuvor. Ohne weitere gründliche und unabhängige Forschung darf Glyphosat nicht neu zugelassen werden. Dass es nicht gesund und nicht gut für Umwelt und Biologische Vielfalt sein kann, immer größere und noch größere Giftmengen auf die Äcker zu sprühen, ist ohnehin offensichtlich.

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02.02.2016

Bundesregierung verharmlost Hormongifte

Die Antwort auf unsere Anfrage zu hormonell wirksamen Stoffen zeigt den politischen Unwillen der Bundesregierung, sich für bessere Schutzstandards für Menschen und Umwelt vor solchen sogenannten Endokrinen Disruptoren einzusetzen. Das wäre aber dringend notwendig. Denn diese Stoffe können die menschliche Gesundheit und die Umwelt erheblich schädigen. Wissenschaftlich besteht daran kein Zweifel mehr. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von einer globalen Bedrohung.

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16.01.2016

Pestizidpfad führt in Sackgasse

Pestizide schaden der Gesundheit. Sie tragen massiv dazu bei, die Artenvielfalt zu vermindern. Ausgestorbene Arten kommen nicht wieder. Das entzieht dem gesamten Agrarökosystem die Existenzgrundlage. Wir brauchen einen Weg aus dieser Sackgasse. Pestizide müssen runter von den Äckern und sie haben in unserem Essen nichts zu suchen.

Opens external link in new windowBundestagsrede von Harald Ebner

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Kategorien:Pestizide Bundestagsreden Bienen Glyphosat
13.11.2015

BNN Interview: Pestizidpolitik - Wie kommen wir weiter?

In dem Interview für das Magazin BNN-Nachrichten führt Harald Ebner aus, was an der derzeitigen Pestizidpolitk falsch läuft. Dabei seien vor allen Dingen der Verbraucher und Ökolandbauern die geschädigten. Besonders fatal seien die Auswüchse bei Allround-Pflanzenvernichtern wie Glyphosat. Vor dem Hintergrund der neuen Einschätzung der WHO, dürfe dieses nicht wieder zugelassen werden und Alternativen müssten endlich ernsthaft diskutiert werden.

BNN Nachrichten: Pestizidpolitk - Wie kommen wir weiter?

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Kategorien:Pestizide
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