Seit einiger Zeit versuchen die Agrar- und Saatgutkonzerne, Politik und VerbraucherInnen neue Gentechnik-Verfahren wie Crispr/Cas als heilsbringend und als angeblich "eigentlich gar keine Gentechnik" darzustellen. Wir Grünen haben uns in den vergangenen Jahren bereits intensiv mit diesen neuen Varianten der Gentechnik auseinandergesetzt, auf verschiedenen Ebenen darüber debattiert und Entschließungen dazu gefasst, was die Mindestanforderungen dafür sind.

Wir Grüne beschäftigen uns übrigens schon sehr lange intensiv, manchmal kontrovers und stets differenziert mit dem Thema Gentechnik. Der immer wieder erhobene Vorwurf, wir seien "wissenschaftsfeindlich" und würden Gentechnik pauschal und undifferenziert ablehnen, ist nachweislich falsch, wie dieser Fraktionsbeschluss "Eckpunkte für eine Gentechnikpolitik" aus dem Jahr 2001 zeigt.

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13.04.2018

Verbot für bienengiftige Neonikotinoide wird höchste Zeit

Die angekündigte Zustimmung der Bundesregierung zum von der EU geplanten Freilandverbot für Neonikotinoid-Insektengifte ist zu begrüßen und war auch höchste Zeit. Das lässt hoffen, dass Frau Klöckner den dramatischen Zustand, in welchem sich unsere Äcker und die Biodiversität insgesamt befinden, endlich ernster nimmt. Das Verbot von drei Insektiziden kann aber nur ein erster Schritt dabei sein, auf den Äckern weniger Gift einzusetzen. Wer Bienen, Mensch und unsere Landwirtschaft schützen will, der muss nun auch dafür sorgen, dass alle anderen Neonikotinoidwirkstoffe aus der Landwirtschaft verschwinden und muss den Glyphosat-Ausstieg zügig auf den Weg bringen

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12.04.2018

Gentechnik: Lobby-Versprechen hinterfragen

Unser Job ist es, die Versprechen der Biotechnologie-Firmen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen. Die Bilanz nach über 30 Jahren Gentechnik auf dem Acker fällt mehr als bescheiden aus. Bauern, Verbraucher, Hersteller und Handel brauchen und wollen ganz überwiegend keine Gentechnik auf Äckern und in Lebensmitteln. Das müssen wir ernst nehmen.

Ganz egal, wie man Potenziale einschätzt: Ganz am Anfang steht immer die Frage der Risikoprüfung jedes dieser Kunstlebewesen. Das muss im Sinne der Vorsorge für Gesundheit und Umwelt sein. Und damit verbunden die Kennzeichnung der Produkte, damit Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, was drin ist. Diese Wahlfreiheit ist ihr gutes Recht. Auch in Zukunft muss „Gentechnik“ draufstehen, wo Gentechnik drin ist. Dafür braucht es Rückverfolgbarkeit. Das gilt selbstverständlich ganz besonders auch für neue Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas. Denn wenn es je Gentechnik gab, dann diese.

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06.04.2018

Im Pestizidzyklus gefangen

Der Verbrauch von Glyphosat ist in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen. Das zeigt, dass das Pflanzengift nicht nur in Einzelfällen, sondern nahezu flächendeckend verwendet wird. Doch ging die Diskussion auf Einladung der Grünen Bundestagsabgeordneten Manuela Rottmann im voll besetzten Pfarrzentrum von Hammelburg weit über das Thema Glyphosat hinaus. Dubiose Zulassungsverfahren haben einen Pestizidzyklus hervorgebracht, in dem ein Mittel mit gefährlichen Nebenwirkungen erst nach jahrelangem Einsatz verboten und von der Industrie durch ein neues ersetzt wird. Der Handel hat in vielen Bereichen schon reagiert. So bieten immer mehr Discounter glyphosatfreie Milch an. Das Ziel einer „enkeltauglichen“ Landwirtschaft wird auch von vielen Landwirten grundsätzlich begrüßt.

29.03.2018

Insektenschutz-Kooperation mit Frankreich: Macht Klöckner mit?

Umweltministerin Svenja Schulze hat angekündigt, bei Insektenschutz und dem Ausstieg aus Glyphosat und Neonikotinoiden eng mit Frankreich zusammenzuarbeiten. Das klingt gut. Wir schlagen schon lange vor, in Sachen Insektenschutz, Ausstieg aus Glyphosat und Neonikotinoiden und Pestizidreduktion eng mit Frankreich zusammenzuarbeiten. Die Frage ist nur, wie realistisch das alles ist. Denn federführend zuständig ist leider nicht die Umweltministerin, sondern ihre Agrarkollegin Julia Klöckner. Für die steht der Glyphosat-Ausstieg aber „nicht zur Diskussion“. Und auch beim dringenden Verbot der bienengiftigen Neonikotinoide muss Klöckner erst noch beweisen, dass sie endlich den Kurs ihres Vorgängers Schmidt verlässt, der beim Bienenschutz immer viel versprochen, aber kaum etwas gehalten hat.

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25.01.2018

Grüne aus Bund und Ländern demonstrieren für Agrarwende und gegen Glyphosat

Harald nahm am Samstag, 20.01.2018 in Berlin zusammen mit zehntausenden Menschen, der grünen Fraktions- und Parteispitze und grünen Agrarpolitikerinnen und -politikern aus Bund und Ländern an der „Wir haben es satt“-Demonstration in Berlin teil. Die Grünen Politikerinnen und Politiker trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Wir haben’s Glypho-satt“. Die baden-württembergischen Grünen waren unter anderem mit der Landesvorsitzenden Sandra Detzer, der Europaabgeordneten Maria Heubuch, der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl und dem ehemaligen Landesagrarminister Alexander Bonde stark vertreten.

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15.12.2017

Echter Glyphosat-Ausstieg statt Placebos!

Wir brauchen einen zügigen echten Glyphosat-Ausstieg statt Placebos! Das jetzt ein weiteres Mal angekündigte Vielleicht-Verbot für Privatanwender verschleppt Schmidt schon seit Jahren, obwohl sogar Monsanto und Co es ihm längst gnädig zugestanden haben. Kein Wunder: die Privatanwendung macht gerade mal ein Prozent der Glyphosatmenge in Deutschland aus. Eine derart winzige Reduktion nützt Umwelt und Gesundheit wenig.

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14.12.2017

Gutachten: Nationale Verbote von Glyphosat-Pestiziden möglich

Produkte, die Glyphosat enthalten, können in Deutschland verboten werden, auch wenn der Wirkstoff Glyphosat auf EU-Ebene genehmigt worden ist, stellen JuristInnen klar. Das Europareferat des Bundestages kommt zum Schluss, dass es möglich ist, dass einzelne Mitgliedsstaaten der EU Pestizidprodukte auf nationaler Ebene verbieten können. Auch, wenn deren Wirkstoff wie jetzt zum Beispiel Glyphosat auf EU-Ebene zugelassen ist. Das ergibt eine neue Ausarbeitung, die ich gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Oliver Krischer beauftragt habe.

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13.12.2017

Schmidts Glyphosat-Egotrip war lange geplant

Nachdem Christian Schmidt mit seinem Brüsseler Egotrip das greifbare europäische Glyphosat-Aus gekippt hat, geht es jetzt um Schadensbegrenzung. Wir brauchen konkrete und schnell umsetzbare Maßnahmen für einen zügigen Glyphosat-Ausstieg. Schmidts Glyphosat-Egotrip war weder spontan noch eine einsame Tat, der Coup war von langer Hand von seinem Haus geplant. Das hat mir das Agrarministerium jetzt schriftlich bestätigt. Ein Ministerium, das monatelang den bewussten und gezielten Regelverstoß vorbereitet, um die Interessen der Agrarchemie gegen alle Widerstände durchzuboxen, kann nicht länger für die Zulassung von Pestiziden zuständig sein. Auch der Verbraucherschutz ist in so einem Industrielobby-Haus schlecht aufgehoben. Für ein eigenständiges Agrarministerium bleibt dann nicht mehr viel übrig. Der Minister muss gehen, aber er hat mit dem Handeln seines Hauses auch dessen Existenzberechtigung in Frage gestellt.

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12.12.2017

Glyphosat-Debatte im Bundestag

Auf Grüne Initiative debattierte der Bundestag am 12. Dezember 2017 erstmals in der neuen Wahlperiode über Glyphosat. Nachdem Agragrminister Schmidt unter Bruch der Geschäftsordnung der Bundesregierung durch sein "Ja" ganz Europa fünf weitere Jahre Glyphosat aufgedrückt hatte, gab es einigen Gesprächsbedarf. Der Minister zog es allerdings vor, nur zuzuhören. Wir haben nach Schmidts Brüsseler Egotrip konstruktiv einen Antrag für einen nationalen Glyphosat-Ausstieg eingebracht, danach auch Linke und in letzter Minute die SPD. Union und FDP wollen nach wie vor keinen Glyphosat-Ausstieg, die AfD verstrickt sich in Widersprüchen.

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30.11.2017

Grüne Initiative für schnellen Glyphosat-Ausstieg

Nachdem Christian Schmidt das greifbare europäische Glyphosat-Verbot auf eigene Faust gekippt hat, geht es jetzt um Schadensbegrenzung. Deutschland muss zusammen mit Frankreich einen schnellstmöglichen Glyphosat-Ausstieg auf den Weg bringen. Ein nationaler Sofortausstieg ist durch Schmidts persönliches Geschenk an die Chemieindustrie jetzt kaum noch machbar. Darum wollen wir jetzt die Anwendungsauflagen auch für die Landwirtschaft schrittweise soweit anpassen, dass wir schon sehr schnell, also vor Ende der der jetzt erneuerten Zulassung, faktisch so gut wie keinen Glyphosateinsatz mehr haben. Den Privatgebrauch können und müssen wir sofort verbieten, ich weiß nicht, was Schmidt da immer noch prüfen will – das tut er nämlich angeblich schon seit Jahren. Wir werden jetzt einen entsprechenden Antrag in den Bundestag einbringen.

SZ: Grüne planen Gesetzesantrag zu Glyphosat-Einsatz

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