Pestizide und deren Abbauprodukte verbreiten sich einer Studie zufolge kilometerweit durch die Luft. Selbst Eisbären atmen Pestizide ein. Foto: Pixabay

Wir kennen es: Pestizide im Obst, in der Muttermilch, im Babybrei, im Bier u.s.w Dass es auch eine nicht unerhebliche Belastung unserer Atemluft mit Pestiziden gibt, hat eine Studie des Umweltinstituts München und des Bündnisses für enkeltaugliche Landwirtschaft jetzt eindrücklich nachgewiesen. Dabei geht es nicht nur um die Abdrift, die beim Sprühen entsteht, es geht vor allem um den Transport getrockneter Pestizide durch Wind und Wetter zum Teil über viele Kilometer hinweg. Selbst in der Arktis wurden die Gifte in der Luft gemessen. In Deutschland gibt es quasi keinen Ort mehr, das gilt auch für Naturschutzgebiete, über denen keine Pestizide in der Luft gemessen werden können. Völlig ungeklärt ist neben vielem anderen in diesem Zusammenhang auch die Frage, wie Pestizid-Cocktails in der Luft wirken.
Für Imker oder Biobauern ist das geschäftsschädigend, bedeutete für einige sogar so herbe Verluste, dass sie Insolvenz anmelden mussten. Die Forderungen an die Industrie, einen Entschädigungsfonds einzurichten, verhallten bislang weitgehend. Insbesondere auch das besonders kontrovers diskutierte Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat ist laut der Studie in allen Regionen Deutschlands und abseits von potenziellen Ursprungs-Äckern nachgewiesen worden. Insgesamt wurden deutschlandweit demnach 138 Stoffe gefunden, von denen 30 Prozent zum jeweiligen Messzeitpunkt nicht mehr oder noch nie zugelassen gewesen seien.

Meine Stellungnahme und Forderungen dazu:

https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/pestizide-in-der-atemluft

Die Studie hier nachlesen:

http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2020/pestizide/pestizidrueckstaende-in-der-luft-wir-haben-nachgemessen.html

 

 

Etwa 30 Mio. Kilogramm Pestizide, sogenannte Pflanzenschutzmit­tel, werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Über Rückstände in Lebensmitteln oder Gewässern landen diese Gifte letztlich auch auf unseren Tellern. Sie treffen nicht nur Unkraut und Schädlinge, sondern gefährden die gesamte Umwelt. Da die offiziellen Studien zur Risikobe­wertung v. a. von den Pestizidherstellern durchgeführt werden, sind die tatsächlichen Gefahren für Mensch und Umwelt kaum absehbar.

 

 

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03.02.2017

Stummer Frühling? Dramatisches Insektensterben stoppen!

ExpertInnen aus Forschung und Naturschutz schlagen Alarm: In den letzten drei Jahrzehnten ist der Gesamtbestand bei Insekten dramatisch gesunken. Selbst in Naturschutzgebieten wurde ein drastischer Rückgang der Insektenbiomasse um 80 Prozent festgestellt. Die Folgen sind fatal. Rund 80 Prozent unserer Nutz- und Wildpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Rachels Carsons Horrorszenario eines „Stummen Frühlings“ droht Wirklichkeit zu werden. Der übermäßige Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, ausgeräumte blütenarme Agrarlandschaften und die damit einhergehenden fehlende Nahrungsquellen sind wahrscheinliche Ursachen. In einem Fachgespräch am Montag, dem 6. März 2017 wollen wir Grünen in Berlin gemeinsam mit ExpertInnen und Gästen die Hintergründe des Insektensterbens beleuchten und Lösungsansätze diskutieren. Die Online-Anmeldung hierzu ist bis zum 28. Februar 2017 möglich.

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23.01.2017

Erfreuliche Signale aus der konventionellen Landwirtschaft

Im Vorfeld der bundesweiten Wir-haben-es-satt-Demonstration am 21. Januar in Berlin hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) neue Thesen veröffentlicht, die die stetige Wachstumsorientierung in der Landwirtschaft in Frage stellen. Wir haben in Berlin mit tausenden Bürgerinnen und Bürgern und Bäuerinnen und Bauern für eine bessere Agrarpolitik, für gute, gesunde Lebensmittel und für eine Landwirtschaft ohne Gentechnik, Pestizide und Massentierhaltung demonstriert. Die DLG und ihr Präsident Carl-Albrecht Bartmer sollten ihren Worten nun auch Taten folgen lassen.

 

 

 

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Kategorien:Agrogentechnik Glyphosat Pestizide TTIP & Freihandel
13.12.2016

Offener Brief: BaySanto-Fusion stoppen

Anlässlich der drohenden Fusion von Bayer mit Monsanto habe ich gemeinsam mit Toni Hofreiter, Katharina Dröge, Kerstin Andreae, Thomas Gambke, Dieter Janecek und Renate Künast einen offenen Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager geschrieben. Wir bitten sie darin, bei ihrer Überprüfung der geplanten Übernahme die besondere Situation auf dem Saatgut- und Pestizidmarkt und den Zusammenhang mit anderen Zielen zu berücksichtigen und appellieren an sie, die Übernahme zu untersagen.

Offener Brief an Margrethe Vestager: Bayer-Monsanto-Fusion stoppen

Opens external link in new windowSpiegel Online: Grüne fordern EU-Veto gegen Monsanto-Übernahme

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Kategorien:Agrogentechnik Biopatente Glyphosat Pestizide TTIP & Freihandel
25.11.2016

Glyphosat: Wichtiges Urteil für mehr Transparenz

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat den Bürgerinnen und Bürgern weitreichende Rechte auf Auskunft über die Wirkung von Pestiziden zugesprochen. Das Urteil ist ein wichtiges Zeichen für Transparenz und schlicht logisch: Selbstverständlich ist das Versprühen von Giften in die Umwelt eine Emission.

agrarheute: Glyphosat-Urtel: Europäischer Gerichtshof stärkt Informationsrechte

zeitonline: Bürger haben ein Recht zu wissen, wie schädlich Pestizide sind

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31.10.2016

Weckruf für Schmidt: Bienenkiller-Insektizide jetzt stoppen

77 Insektenforscher haben im Rahmen der 12. Jahrestagung der Hymenopterologen im Oktober 2016 in Stuttgart eine Opens external link in new windowResolution an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mit der Forderung eines Verbots bzw. Moratoriums für die Insektizidwirkstoffgruppe der Neonikotinoide verabschiedet. Dramatische Bestandseinbrüche bei Wildbienen von 95 Prozent und die Warnung so vieler Wissenschaftler vor einer „weitgehend insektenfreien“ Landschaft müssen wir sehr ernst nehmen. Ohne schnelle und wirksame Maßnahmen könnte die Horrorvision eines Stummen Frühlings bald Realität sein.

Opens external link in new windowPressemitteilung der Universität Hohenheim und des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart 

Opens external link in new windowKleine Anfrage/Antwort zu Neonikotinoiden von Harald Ebner und anderen Mitgliedern der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

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Kategorien:Pestizide Parlamentarische Anfragen
28.10.2016

Mit "Silbernem Stockmeißel" ausgezeichnet

Der Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund hat mir auf dem Süddeutschen Berufsimkertag den "Silbernen Stockmeißel" 2016 verliehen. Diese Auszeichnung erhalten Personen, die sich im besonderen Maße für das Wohl der Bienen und der Imkerei einsetzen. Ich bedanke mich ganz herzlich für diese überaschende Ehrung und betrachte sie als weiteren Ansporn, mich in Berlin weiter dafür einsetzen, dass Bienen vor hochtoxischen Insektiziden, Gentechnik-Pollen und Mangelernährung in blütenarmen Landschaften geschützt werden.

 

 

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07.10.2016

Genmais-Verbot: Endlich Bewegung

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat einen Gestzentwurf für ein Genmais-Verbot vorgelegt. Endlich bewegt sich Minister Schmidt bei den Genmais-Verboten. Das wurde auch höchste Zeit. Schließlich stehen in Brüssel gerade schon wieder Genmais-Anbauzulassungen auf der Tagesordnung. Die Zuständigkeit soll auf Bundesebene liegen. Nationale Anbauverbote sollen erlassen werden, wenn die Mehrheit der Bundesländer dafür stimmt. Dass jedoch auch weitere Ministerien am Verbotsverfahren beteiligt werden sollen und dass ein einziges Bundesland das Verbot wieder kippen kann, wenn es es doch Genmais anbauen möchte, kann so nicht stehen bleiben.

Deutschlandfunk: Bundesregierung will Gentechnik-Anbau weiter verbieten

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06.10.2016

Genmais: Klammheimliche Zulassung stoppen

Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat sich deutlich gegen mehre anstehende Gentechnik-Zulassungen ausgesprochen. Es ist gut und wichtig, dass sich die Parlamentarier so deutlich gegen die Zulassung einer ganzen Reihe von Gentechnikpflanzen ausgesprochen haben. Die Menschen in Europa wollen nach wie vor keinen Genmais auf ihren Äckern. Wenn die EU-Staaten in den nächsten Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit nach Jahren erstmals wieder über Genmais-Anbauzulassungen abstimmen, muss die Bundesregierung dagegen votieren.

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23.09.2016

Aktuelle Stunde zum Bayer-Monsanto-Deal

 

Am 21. September gab es auf Antrag der Grünen im Bundestag eine Aktuelle Stunde zur wohl größten Übernahme, die ein deutsches Unternehmen je getätigt hat. Viele Parlamentarier außer der Union zeigten sich skeptisch gegenüber der geplanten Übernahme von Monsanto durch den Bayer-Konzern.

Rede von Harald Ebner als Video

Opens external link in new windowInterview mit Harald Ebner

Artikel Raiffeisen.com

Artikel Topagrar

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Kategorien:Agrogentechnik Biopatente Glyphosat Pestizide Bundestagsreden
16.09.2016

Bayer-Monsanto: keine Privatisierung unserer Lebensgrundlagen

Die jetzt offiziell angekündigte Megafusion der Agrarkonzerne Bayer und Monsanto würde eine weitere Monopolisierung und Privatisierung unserer Lebensgrundlagen etwa durch Saatgut-Patentierung bedeuten, deshalb darf sie nicht zustande kommen. Wenn Bayer-Monsanto kommt, droht eine enorme Marktdominanz. Das kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein. 

Artikel Agrarmanager

Stimmen zur Fusion in Topagraronline

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URL:https://harald-ebner.de/themen/pestizide/browse/3/