05.02.2021

Gentechnik: Karliczek wärmt alte Märchen auf

An der Debatte über die Nationale Bioökonomiestrategie war das Plädoyer von Forschungsministerin Karliczek für die neue Gentechnik zur Bekämpfung des Hungers in Afrika „bemerkenswert“. Sie behauptete: „In der Genschere stecken Lösungen für der Hunger in der Welt“ und „Ernährungssicherheit in Afrika gibt es nur, wenn wir (…) Genom-Editierung (…) einsetzen“. Die Ministerin versuchte so, das alte Märchen „Gentechnik gegen den Welthunger“ aufzuwärmen und uns Grüne in eine fortschrittsfeindliche Ecke zu stellen. Auf solche Angriffe werden wir uns im kommenden Wahlkampf verstärkt einstellen müssen (eine Argu-Hilfe ist dazu in Arbeit).

Es ist traurig, dass die Wissenschaftsministerin hier weitab der Realität und der Einschätzung von Fachleuten aus der Entwicklungszusammenarbeit argumentiert. Fakt ist: Hunger hat komplexe Ursachen und lässt sich technisch nicht beseitigen. Gentechnik hat bislang nichts zur Hungerbekämpfung beigetragen. Entwicklungsorganisationen setzen nicht auf Gentechnik.

Karliczek will mit diesen Angriffen davon ablenken, dass sie und ihre Kollegin Klöckner bei der neuen Gentechnik deregulieren wollen. Risikobewertung, Zulassungsverfahren und Kennzeichnung sollen nach diesem Plan geschwächt oder sogar abschafft werden – und damit wäre das Urteil des Europäischen Gerichtshofes ausgehebelt.. Das wäre auch das Aus für die Wahlfreiheit für LandwirtInnen und VerbraucherInnen, obwohl eine große Mehrheit der Menschen kein Genfood auf dem Teller will.

Plenarprotokoll unter Opens external link in new windowttps://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19204.pdf#P.25669

25.07.2018

EuGH: Auch neue Gentechnik ist Gentechnik

Auch neue Gentechnik ist Gentechnik und muss deshalb genauso behandelt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute (am 25.07.2018) eindeutig klargestellt. Das ist eine sehr gute Nachricht für Bürgerinnen und Bürger, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft. Das Vorsorgeprinzip und die Wahlfreiheit für Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben gewährleistet. Das europäische Erfolgsmodell ist Gentechnikfreiheit und nicht Gentechnik.

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25.05.2018

Bayer-Hauptversammlung: Monsanto-Übernahme in der Kritik

Harald Ebner kritisierte als Redner auf der Bayer-Hauptversammlung in Bonn die bevorstehende Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto: "Monsanto ist dermaßen in der Kritik und in rechtlichen Probleme verstrickt, haben Sie mögliche Gerichtskosten mit einbezogen in Ihren Deal?", fragte er den Bayer-Vorstand. "Insektensterben, Nitrat im Grundwasser, Monokultur statt Vielfalt – all das macht eindrücklich klar: wir brauchen eine Agrarwende! Die Bayer-Monsanto-Fusion bewirkt genau das Gegenteil."

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15.04.2018

Gentechnikfreiheit statt Gentechnik ist Erfolgsmodell

Erster Anbauversuch in Deutschland vor 25 Jahren

Vor 25 Jahren wurden die ersten Freilandversuchen mit Gentechnik-Nutzpflanzen in Deutschland genehmigt. Inzwischen sind Gentechnik-Pflanzen gescheitert, nicht nur auf deutschen Äckern. 25 Jahre nachdem erstmals und unter großem Protest der versuchsweise Anbau von Gentech-Kartoffeln und -Rüben genehmigt wurde, sind die Äcker hierzulande inzwischen frei von Gentechnik. Die übergroße Mehrheit der Bürger, Bauern und der Lebensmittelwirtschaft finden das gut und wollen, dass das auch so bleibt. Denn statt der Gentechnik hat sich die Gentechnikfreiheit im letzten Vierteljahrhundert als Erfolgsmodell erwiesen.

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Kategorien:Agrogentechnik
12.04.2018

Gentechnik: Lobby-Versprechen hinterfragen

Unser Job ist es, die Versprechen der Biotechnologie-Firmen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen. Die Bilanz nach über 30 Jahren Gentechnik auf dem Acker fällt mehr als bescheiden aus. Bauern, Verbraucher, Hersteller und Handel brauchen und wollen ganz überwiegend keine Gentechnik auf Äckern und in Lebensmitteln. Das müssen wir ernst nehmen.

Ganz egal, wie man Potenziale einschätzt: Ganz am Anfang steht immer die Frage der Risikoprüfung jedes dieser Kunstlebewesen. Das muss im Sinne der Vorsorge für Gesundheit und Umwelt sein. Und damit verbunden die Kennzeichnung der Produkte, damit Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, was drin ist. Diese Wahlfreiheit ist ihr gutes Recht. Auch in Zukunft muss „Gentechnik“ draufstehen, wo Gentechnik drin ist. Dafür braucht es Rückverfolgbarkeit. Das gilt selbstverständlich ganz besonders auch für neue Gentechnik-Verfahren wie CRISPR/Cas. Denn wenn es je Gentechnik gab, dann diese.

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Kategorien:Agrogentechnik
21.09.2017

Bringt Ceta Genlachs auf unsere Teller?

Genlachs auf dem Teller – das ist genau das, was die Menschen in Europa nicht wollen. Mit dem heutigen vorläufigen Inkrafttreten des Handelsabkommens CETA könnte gentechnisch veränderter Lachs ohne EU-Zulassung und Kennzeichnung in den europäischen Handel gelangen, wie eine Greenpeace-Analyse zeigt. Wir warnen seit Jahren davor, dass Ceta und TTIP unkontrolliert Genfood in unsere Läden bringen könnten. Die Greenpeace-Analyse zeigt einmal mehr: Ceta darf so nicht in Kraft treten. Wir Grüne treten für einen Neustart in der europäischen Handelspolitik ein.

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13.09.2017

Genmais gar nicht erst zulassen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass Italien 2013 kein nationales Genmais-Anbauverbot verhängen durfte. Das Urteil zeigt deutlich: Nationale Anbauverbote für Gentechnik-Pflanzen, die auch die schwarz-rote Bundesregierung den Bürgern als Trostpflaster zu verkaufen versucht, sind alles andere als sicher. Seit 2015 sind solche Verbote zwar durch die europäische „Opt out“-Regelung grundsätzlich möglich. Ob das aber wirklich rechtssicher ist, bleibt fraglich.

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Kategorien:Agrogentechnik
16.07.2017

Bundesregierung muss Bayer-Gift-Gensoja stoppen

Die EU-Staaten stimmen morgen in Brüssel über die EU-Zulassung von gentechnisch veränderten, mehrfach herbizidresistenten Sojalinien unter anderem der Firma Bayer als Lebens- und Futtermittel ab. Dabei muss die Bundesregierung entschieden Nein sagen zur neuen Gift-Gensoja. Die Bayer-Bohne ist gleich gegen mehrere gesundheitsschädliche Herbizide resistent und enthält entsprechend hohe Rückstände davon, die in unsere Nahrungskette gelangen würden. Das wurde bei der Risikobewertung komplett ignoriert. Wenn die Große Koalition sich wegen Uneinigkeit jetzt bei der Abstimmung in Brüssel der Stimme enthält, kommt das einer Zustimmung gleich und wird der Zulassung den Weg ebnen.

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20.06.2017

Agrarreport: Agrarwende jetzt einleiten

Das Bundesamt für Naturschutz hat seinen Agrarreport vorgestellt. Um die biologische Vielfalt ist es demnach schlecht bestellt in unseren Agrarlandschaften. Vögel, Bienen und andere Insekten, aber auch die meisten Ackerwildkräuter können dort kaum noch überleben, ihre Bestände gehen dramatisch zurück. Ursache sind unter anderem Pestizideinsatz und Monokulturen. Die Agrarwirtschaft sägt an dem Ast, auf dem sie selber sitzt, wenn sie ihre eigenen Produktionsgrundlagen weiter derart kurzsichtig zerstört.

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