Etwa 30 Mio. Kilogramm Pestizide, sogenannte Pflanzenschutzmit­tel, werden jährlich in Deutschland eingesetzt. Über Rückstände in Lebensmitteln oder Gewässern landen diese Gifte letztlich auch auf unseren Tellern. Sie treffen nicht nur Unkraut und Schädlinge, sondern gefährden die gesamte Umwelt. Da die offiziellen Studien zur Risikobe­wertung v. a. von den Pestizidherstellern durchgeführt werden, sind die tatsächlichen Gefahren für Mensch und Umwelt kaum absehbar.

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12.02.2021

Regierung beschließt Mogelpackung beim Insektenschutz

Der Gesetzentwurf zum Insektenschutz ist im Kabinett behandelt und verabschiedet worden. Doch mit diesem Kabinettsbeschluss wird das Artensterben nicht aufgehalten. Denn der Glyphosatausstieg wird weiter verschleppt und auch eine Pestizidreduktion ist aufgrund von zahlreichen und schwammig formulierten Ausnahmen und Schlupflöchern nicht zu erwarten. Die wichtigste Stellschraube – die gezielte Umschichtung der Agrarförderung zugunsten Agrarumweltmaßnahmen und Ökolandbau – hat die Bundesregierung auf EU-Ebene nicht angepackt. So rechnet sich einerseits der Naturschutz für die Landwirt*innen nicht und die Dramatik des Insektensterbens blendet die Bundesregierung damit aus.

Die komplette Pressemitteilung von Steffi Lemke und mir: https://www.gruene-bundestag.de/presse/pressemitteilungen/regierung-beschliesst-mogelpackung-beim-insektenschutz .

05.02.2021

Gentechnik: Karliczek wärmt alte Märchen auf

An der Debatte über die Nationale Bioökonomiestrategie war das Plädoyer von Forschungsministerin Karliczek für die neue Gentechnik zur Bekämpfung des Hungers in Afrika „bemerkenswert“. Sie behauptete: „In der Genschere stecken Lösungen für der Hunger in der Welt“ und „Ernährungssicherheit in Afrika gibt es nur, wenn wir (…) Genom-Editierung (…) einsetzen“. Die Ministerin versuchte so, das alte Märchen „Gentechnik gegen den Welthunger“ aufzuwärmen und uns Grüne in eine fortschrittsfeindliche Ecke zu stellen. Auf solche Angriffe werden wir uns im kommenden Wahlkampf verstärkt einstellen müssen (eine Argu-Hilfe ist dazu in Arbeit).

Es ist traurig, dass die Wissenschaftsministerin hier weitab der Realität und der Einschätzung von Fachleuten aus der Entwicklungszusammenarbeit argumentiert. Fakt ist: Hunger hat komplexe Ursachen und lässt sich technisch nicht beseitigen. Gentechnik hat bislang nichts zur Hungerbekämpfung beigetragen. Entwicklungsorganisationen setzen nicht auf Gentechnik.

Karliczek will mit diesen Angriffen davon ablenken, dass sie und ihre Kollegin Klöckner bei der neuen Gentechnik deregulieren wollen. Risikobewertung, Zulassungsverfahren und Kennzeichnung sollen nach diesem Plan geschwächt oder sogar abschafft werden – und damit wäre das Urteil des Europäischen Gerichtshofes ausgehebelt.. Das wäre auch das Aus für die Wahlfreiheit für LandwirtInnen und VerbraucherInnen, obwohl eine große Mehrheit der Menschen kein Genfood auf dem Teller will.

Plenarprotokoll unter Opens external link in new windowttps://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/19/19204.pdf#P.25669

13.01.2021

Verschleppung von Glyphosatausstieg und Insektenschutzgesetz - Klöckner redet sich raus

Die Umsetzung des Aktionsprogramms Insektenschutz der Bundesregierung von 2019 lässt seit Monaten auf sich warten. Eine feste Zusage für einen Kabinettsbeschluss zum Insektenschutzgesetz in den nächsten Wochen wollte mir Ministerin Klöckner in der Regierungsbefragung im Bundestag nicht geben. Die lange Verschleppung des Gesetzes begründete Klöckner so: "100 Prozent Insektenschutz sind teilweise auch 100 Prozent Schädlingsschutz". Daher wäre eine Folgenabschätzung nötig gewesen. Was Klöckner nicht erwähnt: Wenn nicht sehr bald eine Einigung zwischen Agrar- und Umweltministerium zustande kommt, wird das Insektenschutzgesetz nicht mehr vor der Bundestagswahl beschlossen werden können - das dramatische Insektensterben ginge ungebremst weiter!

Für eine Verordnung zur Beschränkung des Glyphosateinsatzes hat die Agrarministerin sogar Jahre gebraucht. Das eigene Reduktionsziel von 75 Prozent wird die Bundesregierung aber nicht einlösen können, weil Glyphosat nach Klöckners Plan in zahlreichen Fällen weiter eingesetzt werden soll, wenn Alternativen "nicht zumutbar" sind oder eine Erosionsgefährdung vorliegt. Auf Nachfrage, wie sie das Reduktionsziel erreichen wolle, wich Klöckner aus mit der Ausrede, ein Totalverbot sei nach EU-Recht nicht möglich. Tatsache ist, dass in Luxemburg inzwischen ein umfassendes Verbot gilt und die Schweiz durch ein gezieltes Förderprogramm eine Glyphosatreduktion um 60 Prozent erreicht hat.

 

             

Kategorien:Bienen Pestizide
25.11.2019

Artensterben stoppen - gemeinsam mit der Landwirtschaft

Rund 120 Menschen, darunter viele Landwirte, folgten der Einladung von Harald Ebner und dem Grünen Ortsverband Schwäbisch Hall zur Podiumsdiskussion in die Arche auf dem Sonnenhof Schwäbisch Hall.

In seinem Impulsreferat beschrieb Prof. Dr. Lars Krogmann eindrücklich den dramatischen Rückgang der Insekten in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahrzehnten. Das gab Stoff für eine inhaltsreiche und sachliche Auseinandersetzung auf dem Podium, die von Harald Ebner moderiert wurde, aber auch für die anschließende Diskussion mit dem Publikum. Angesichts des dramatischen Aussterbens dränge die Zeit, so Krogmann. Im bestehenden landwirtschaftlichen System sieht er keine Möglichkeiten, die Situation für Insekten und Vögel nachhaltig zu verändern.

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Kategorien:Pestizide Wahlkreis
22.10.2018

Wasserversoger-Klage: Pestizid-Geheimniskrämerei beenden

Die Landeswasserversorgung Baden-Württemberg will wissen, welche Pestizide in Wasserschutzgebieten ausgebracht werden und klagt zu Recht auf Freigabe dieser Informationen. Mit der Pestizid-Geheimniskrämerei muss Schluss sein. Ich sehe keinen vernünftigen Grund, den Wasserversorgern diese Informationen vorzuenthalten. Genausowenig wie dem NABU. Wenn Wasserversorger und Naturschützer solche berechtigten Anliegen vortragen, darf man das nicht abbügeln, sondern muss es ernst nehmen und mit ihnen zusammenarbeiten. Pestizide gehören ohnehin nicht in Wasserschutzgebiete und Naturschutzgebiete. Auch generell müssen wir weg vom großflächigen Gifteinsatz als Standard auf den Äckern – nicht nur im Interesse unseres Trinkwassers! Es ist gut, dass es ein baden-württembergisches Pestizidreduktionsprogramm geben wird. Wenn es mit angemessenen Zielen ausgestattet ist und umgesetzt wird, kann Baden-Württemberg hier bundesweit vorangehen.

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14.09.2018

Glyphosat: Wenn Politik nicht handelt, handelt der Handel

Wenn Politik nicht handelt, handelt der Handel. Dass Baumärkte jetzt Glyphosat komplett aus ihren Regalen verbannen, ist eine gute Nachricht. Und nebenbei auch ein Erfolg für Umweltverbände und uns Grüne, denn wir haben die großen Baumarkt-Ketten schon vor drei Jahren in Offenen Briefen darum gebeten, glyphosathaltige Produkte auszulisten.

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05.09.2018

Glyphosat: Bayer hat aufs falsche Pferd gesetzt

Tausende weitere zugelassene Klagen in den USA zeigen: Der Alle-Pflanzen-Vernichter Glyphosat, den Bayer-Chef Baumann für eine 'Jahrhunderterfindung' hält, wird den Konzern noch teuer zu stehen kommen. Mit seiner forschen Behauptung, Glyphosat sei nicht verantwortlich für Krebserkrankung des Hausmeisters, der im ersten Bayer-Glyphosat-Prozess einen Millionen-Schadenersatz zugesprochen bekam, begibt Baumann sich auf dünnes Eis und setzt leichtfertig weiteres Vertrauen in die Traditionsmarke Bayer aufs Spiel. Bayer scheint sich nach der Übernahme ganz den Geschäftsgebaren von Monsanto anzupassen. Wie dreist der ehemalige US-Agrarkonzern und jetzige Bayer-Teil Öffentlichkeit und Behörden getäuscht hat, wurde heute im Glyphosat-Sonderausschuss der Europaparlaments noch ein Stück deutlicher.

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25.05.2018

Bayer-Hauptversammlung: Monsanto-Übernahme in der Kritik

Harald Ebner kritisierte als Redner auf der Bayer-Hauptversammlung in Bonn die bevorstehende Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto: "Monsanto ist dermaßen in der Kritik und in rechtlichen Probleme verstrickt, haben Sie mögliche Gerichtskosten mit einbezogen in Ihren Deal?", fragte er den Bayer-Vorstand. "Insektensterben, Nitrat im Grundwasser, Monokultur statt Vielfalt – all das macht eindrücklich klar: wir brauchen eine Agrarwende! Die Bayer-Monsanto-Fusion bewirkt genau das Gegenteil."

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Kategorien:Agrogentechnik Bienen Glyphosat Pestizide TTIP & Freihandel
16.05.2018

Wenn Angela Merkel die Bienen entdeckt

Pünktlich zum ersten UN-Weltbienentag am 20. Mai 2018 hat auch die deutsche Kanzlerin die Bedeutung der Bienen erkannt und im Bundestag gleich einen Vorschlag dazu gemacht: „Wir alle sollten wir an diesem Tag an die Artenvielfalt denken und etwas Gutes für die Bienen tun“. Wenn Angela Merkel den Bienenschutz allerdings glaubhaft zur Chefsache machen will, muss ihre Regierung viel mehr tun als einmal im Jahr an die Artenvielfalt denken. 

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Kategorien:Bienen Pestizide
13.04.2018

Verbot für bienengiftige Neonikotinoide wird höchste Zeit

Die angekündigte Zustimmung der Bundesregierung zum von der EU geplanten Freilandverbot für Neonikotinoid-Insektengifte ist zu begrüßen und war auch höchste Zeit. Das lässt hoffen, dass Frau Klöckner den dramatischen Zustand, in welchem sich unsere Äcker und die Biodiversität insgesamt befinden, endlich ernster nimmt. Das Verbot von drei Insektiziden kann aber nur ein erster Schritt dabei sein, auf den Äckern weniger Gift einzusetzen. Wer Bienen, Mensch und unsere Landwirtschaft schützen will, der muss nun auch dafür sorgen, dass alle anderen Neonikotinoidwirkstoffe aus der Landwirtschaft verschwinden und muss den Glyphosat-Ausstieg zügig auf den Weg bringen

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Kategorien:Bienen Pestizide
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